Kurzfassung
Empa-Forscher Peter Nirmalraj und sein Team untersuchen mikrometergrosses Blutgerinnsel, um deren Früherkennung zu verbessern. Das Projekt analysiert die Zusammensetzung, Form und Grösse dieser winzigen Blutklumpen bei Patienten mit Schlaganfall, COVID-Komplikationen und vaskulärer Demenz. Zusammen mit der Universität Zürich nutzen die Forschenden Bildgebungs- und Messmethoden, um die Reaktion verschiedener Gerinnsel auf unterschiedliche Behandlungen zu testen. Die Ergebnisse sollen auf einer Open-Source-Plattform verfügbar gemacht werden, um künftig Komplikationen früher zu erkennen und Schlaganfallrisiken präziser vorherzusagen. Das Projekt wird durch mehrere Stiftungen finanziert.
Personen
- Peter Nirmalraj (Empa-Forscher, Leitung)
- Susanne Wegener (Universität Zürich, Kooperation)
Themen
- Blutgerinnsel und Thrombose
- Schlaganfallprävention
- Long-COVID-Folgen
- Medizinische Diagnostik
- Vaskuläre Demenz
Clarus Lead
Die Forschung adressiert ein klinisches Erkenntnisproblem: Mikro-Blutgerinnsel bleiben oft unentdeckt, bis ernsthafte Komplikationen auftreten. Mit Long-COVID als neuer Risikofaktor – bis zu 30 % der Genesenen sind betroffen – gewinnt die präzise Charakterisierung dieser Gerinnsel für Prävention und Therapieplanung an Bedeutung. Die geplante Open-Source-Plattform verspricht, diagnostische Standards zu demokratisieren und damit die Vorhersagbarkeit individueller Schlaganfallrisiken zu erhöhen.
Detaillierte Zusammenfassung
Das Forschungsteam konzentriert sich auf die Charakterisierung von Blutgerinnseln nach physikalischen Parametern: Zusammensetzung, Form und Grösse. Diese Unterscheidungen sind klinisch relevant, da verschiedene Gerinnseltypen unterschiedlich auf Behandlungsmethoden reagieren – ein Befund, der personalisierte Therapieansätze ermöglicht.
Long-COVID wird als Katalysator für erhöhte Thromboseneigung identifiziert, ergänzend zu bekannten Risikofaktoren wie Diabetes und Übergewicht. Die Mechanismen, wie Mikrogerinnsel bei Long-COVID-Patienten kardiovaskuläre und neurologische Risiken beeinflussen, sind noch unvollständig verstanden – ein Forschungslücke, die das Projekt adressiert. Neben Schlaganfall-Sekundärprävention untersuchen die Forscher auch vaskuläre Demenz, eine Demenzform, die durch zerebrale Mikroinfarkte ausgelöst wird.
Die Finanzierung durch mehrere Stiftungen (Peter Bockhoff Stiftung, Theodor Naegeli-Stiftung, Immanuel und Ilse Straub Stiftung sowie weitere) signalisiert Priorität im Schweizer Gesundheitsforschungsökosystem.
Kernaussagen
- Mikro-Blutgerinnsel werden oft zu spät erkannt; präzise Charakterisierung nach Grösse, Form und Zusammensetzung ermöglicht bessere Risikostratifizierung
- Long-COVID erhöht das Thromboserisiko bei bis zu 30 % der Genesenen; die genauen Mechanismen bei Mikrogerinnseln sind unklar
- Open-Source-Plattform soll diagnostische Erkenntnisse demokratisieren und präzisere Schlaganfallrisiko-Vorhersagen ermöglichen
Kritische Fragen
Evidenzqualität: Auf welcher Datenbasis (Patientenzahl, Nachbeobachtungsdauer) basieren die bisherigen Erkenntnisse zu Mikrogerinnseln bei Long-COVID, und wie repräsentativ sind diese für die Gesamtpopulation?
Validierung: Wie werden die auf der Open-Source-Plattform bereitgestellten Modelle extern validiert, um Fehlerquoten in der klinischen Anwendung auszuschliessen?
Kausalität: Ist noch ungeklärt, ob Mikrogerinnsel bei Long-COVID eine Ursache oder eine Folge der kardiovaskulären Komplikationen sind – wie wird das Projekt diese Unterscheidung treffen?
Implementierung: Welche Hürden bestehen für die Adoption der neuen Messmethoden in Routinekliniken, und wie wird die Kosteneffektivität gegenüber bestehenden Diagnoseverfahren bewertet?
Interessenskonflikte: Wie wird sichergestellt, dass die Stiftungsfinanzierung die Unabhängigkeit der Forschungsergebnisse nicht beeinflusst?
Nebenwirkungen: Können aggressive Gerinnungshemmungstherapien, die auf Basis dieser neuen Diagnostik eingeleitet werden, selbst zu Blutungsrisiken führen?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Früherkennung von Mikro-Blutgerinnseln – news.admin.ch (31.03.2026) https://www.news.admin.ch/de/newnsb/Sow6NDrQzpi4iOTc2wAr2
Kontakt: Dr. Peter Nirmalraj, Transport at Nanoscale Interfaces Laboratory, Empa Tel. +41 58 765 43 35 [email protected]
Verifizierungsstatus: ✓ 31.03.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 31.03.2026