Kurzfassung

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat im Herbst 2024 und Winter 2025 erneut Seewasserproben aus dem Thunersee, Brienzersee und Vierwaldstättersee entnommen. Diese Seen enthalten versenkte Munition aus Armeebeständen, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts entsorgt wurde. Die Analysen von rund 60 Proben zeigen keine negative Beeinflussung des Seewassers durch die versenkten Sprengstoffe. Die Schadstoffkonzentrationen bleiben stabil oder rückläufig im Vergleich zu früheren Messungen.

Personen

Themen

  • Umweltmonitoring
  • Gewässerschutz
  • Altlasten-Management
  • Trinkwassersicherheit

Clarus Lead

Das Monitoring-Ergebnis entschärft eine lange bestehende Unsicherheit: Trotz des hohen Schadstoffpotenzials der versenkten Munition zeigt sich in der Praxis keine messbare Kontamination. Für Kantone und Wasserversorger bedeutet dies, dass die bisherige Überwachungsstrategie aufgeht und keine Sanierungsmassnahmen erforderlich sind. Der stabile bis rückläufige Trend über mehrere Messkampagnen hinweg bestätigt, dass die Sprengstoffe und Schwermetalle unter den aktuellen Bedingungen nicht in problematischen Mengen in die Trinkwasserreserven gelangen.

Detaillierte Zusammenfassung

Die versenkte Munition stammt aus einer Zeit, als die Entsorgung von Munitionsbeständen in Seen eine weltweit übliche Praxis war. Eine umfassende Gefährdungsabschätzung des VBS von 2012 erkannte zwar das theoretische Schadstoffpotenzial an, fand aber bereits damals keine relevanten Sprengstoffe im Seewasser vor. Aufgrund der Bedeutung dieser Gewässer als Ökosysteme und Trinkwasserreserven beschlossen das VBS, der Kanton Bern und die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee ein periodisches Monitoring.

Die neuesten Untersuchungen analysieren ein breites Spektrum: Sprengstoffe wie TNT und Nitroglycerin, Perchlorat sowie Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Zink, Kupfer). Die Konzentrationen liegen fast durchweg nahe der Bestimmungsgrenze oder darunter. Gemäss Altlastenverordnung sind die Munitionsbereiche im Kataster belasteter Standorte des VBS registriert, erfordern aber weder Überwachung noch Sanierung. Der bisherige Kontrollrhythmus – fünf Jahre für Seewasser, zehn Jahre für Seesedimente – wird beibehalten und nach jeder Kampagne neu bewertet.

Kernaussagen

  • Seewasserproben aus drei Schweizer Seen zeigen keine Kontamination durch versenkte Munition
  • Schadstoffkonzentrationen sind stabil oder rückläufig seit früheren Messungen
  • Keine Sanierungsmassnahmen erforderlich; bestehendes Monitoring-Konzept bewährt sich

Kritische Fragen

  1. Bestimmungsgrenzen und Nachweisbarkeit: Sind die verwendeten Analysemethoden empfindlich genug, um potenzielle künftige Freisetzungen frühzeitig zu erkennen, oder könnten Schadstoffkonzentrationen unterhalb der Bestimmungsgrenze bleiben?

  2. Langzeittrends und Klimawandel: Wie robust ist die Annahme stabiler Verhältnisse angesichts von Temperaturveränderungen und veränderten Seenzirkulationen, die Remobilisierung von Sedimenten beschleunigen könnten?

  3. Räumliche Repräsentativität: Decken die 60 Proben alle kritischen Zonen ab, insbesondere in unmittelbarer Nähe der Munitionsdepots, oder konzentrieren sich die Messungen auf weniger belastete Bereiche?

  4. Sedimentbelastung und Nahrungskette: Der Bericht betont Seewasser, aber wie sieht die Situation in Seesedimenten aus, und besteht Risiko für die Bioakkumulation in Fischen oder anderen Organismen?

  5. Kosten-Nutzen der Bergung: Wurde eine Kosten-Nutzen-Analyse für die Bergung versus Langzeit-Monitoring durchgeführt, oder wird Monitoring als dauerhafte Lösung akzeptiert?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Explosivstoffmonitoring 2024/25: Keine negative Beeinflussung des Seewassers durch Munition – news.admin.ch, 07.04.2026

Ergänzende Quelle:

Verifizierungsstatus: ✓ 07.04.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 07.04.2026