Kurzfassung
Das Paul Scherrer Institut PSI hat vor 15 Jahren mit dem Schweizer TIMES-Energiesystemmodell (STEM) ein innovatives Instrument zur Analyse der Schweizer Energiewende entwickelt. Das Modell bildet alle relevanten Energiesektoren – von Stromversorgung über Verkehr bis zu Gebäuden und Industrie – in einer integrierten und konsistenten Struktur ab. STEM ist heute ein unverzichtbares Werkzeug für Wissenschaft, Politik und Interessenverbände geworden und wird kontinuierlich erweitert, um zukünftige Herausforderungen der Netto-Null-Wende zu bewältigen.
Personen
Themen
- Energiesystemmodellierung
- Schweizer Energiewende
- Dekarbonisierung
- Erneuerbare Energien
- CO₂-freie Energiesysteme
- Energiepolitik
- Netto-Null-Transition
Detaillierte Zusammenfassung
Das STEM-Modell wurde vor über 15 Jahren von Kannan Ramachandran initiiert, der eine zeitliche Auflösung im Stundenbereich anstrebte – ein damals innovativer Ansatz. Mit Unterstützung des Bundesamts für Energie (BFE) und trotz begrenzter Rechenressourcen und unzureichender Daten gelang es dem Team, in nur zwei Jahren einen funktionsfähigen Prototypen zu entwickeln. Evangelos Panos, heute Leiter der Gruppe Energiewirtschaft, trug als Postdoktorand sein Fachwissen in operativer Forschung bei.
Das Modell deckt heute die gesamte Schweizer Energielandschaft ab und reicht zeitlich von 2010 bis 2100. Es bildet die Stromnachfrage stündlich ab und berücksichtigt unterschiedliche Wochentage und Jahreszeiten. Zu den fortschrittlichen Merkmalen gehören endogene Lastprofile, Märkte für Systemdienstleistungen, ausgefeilte Einsatzplanung von Erzeugungseinheiten, Stromübertragungsnetz-Einschränkungen und detaillierte Verbrauchersegmentierung.
STEM wird von Wissenschaft, Politik und Interessenverbänden genutzt, um zentrale Fragen zur Energiewende zu beantworten: Dekarbonisierung von Strom und Verkehr, Integration fluktuierender erneuerbarer Energien, effiziente Nutzung heimischer Biomasse und strategische Rolle der Wasserkraft. Das Modell ist kompatibel mit anderen analytischen Instrumenten wie allgemeinen Gleichgewichtsmodellen und Lebenszyklusanalysen, was multiperspektivische Szenarioentwicklung ermöglicht.
Seit 2025 trägt das Modell zu den Energieperspektiven 2060 bei, die die langfristige Energiepolitik der Schweiz bestimmen. Das Team hat zudem europaweit geltende Tools und stadtebenenanalytische Instrumente entwickelt, die beispielsweise in Basel angewendet werden.
Kernaussagen
STEM ist ein hochmodernes Analysetool für evidenzbasierte Energiepolitik in der Schweiz und wird international als eines der führenden technologiereichen Energiewirtschaftsmodelle anerkannt
Umfassende Sektorabdeckung: Das Modell integriert Stromversorgung, Verkehr, Gebäude und Industrie in konsistenter Form mit stündlicher zeitlicher Auflösung
Politische Relevanz: STEM unterstützt die Entscheidungsfindung bei der Dekarbonisierung, Integration erneuerbarer Energien und strategischen Energieplanung
Kontinuierliche Weiterentwicklung: Zukünftige Versionen werden weitere Treibhausgase (Methan, Lachgas), makroökonomische Rückkopplungen und Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen
Internationale Vorbildfunktion: Das Modell hat andere Länder inspiriert; ein nationales Modell für Neuseeland basiert auf STEM-Grundsätzen
Stakeholder & Betroffene
| Gruppe | Rolle |
|---|---|
| Bundesamt für Energie (BFE) | Primärer Financier und Nutzer für Energiepolitik |
| Wissenschaft & Forschung | Nutzer für Analysen und Modellentwicklung |
| Energiewirtschaft (Swissgrid, VSE, Swisselectric) | Stakeholder und Financier |
| Politische Entscheidungsträger | Nutzer für evidenzbasierte Politikgestaltung |
| Öffentlichkeit | Indirekt betroffen durch energiepolitische Entscheidungen |
| Industrie & Verkehrssektor | Betroffene von Dekarbonisierungsmassnahmen |
Chancen & Risiken
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| Wissenschaftlich fundierte, robuste Energiepolitik | Modellkomplexität kann zu Fehlinterpretationen führen |
| Kosteneffiziente und sozialverträgliche Energiekonzepte | Abhängigkeit von Datenqualität und Verfügbarkeit |
| Sektoren- und regionsübergreifende Problemlösung | Unsicherheiten bei langfristigen Prognosen (bis 2100) |
| Europäische und internationale Anwendbarkeit | Technologische Durchbrüche könnten Modellprognosen überholen |
| Integration makroökonomischer Effekte | Politische Widerstände gegen Modellempfehlungen |
Handlungsrelevanz
Für Entscheidungsträger:
STEM als Planungsinstrument nutzen: Das Modell sollte systematisch in langfristige Energieplanungsprozesse integriert werden, besonders für die Energieperspektiven 2060
Erweiterungen priorisieren: Die geplanten Funktionen (zusätzliche Treibhausgase, makroökonomische Rückkopplungen) sollten zeitnah realisiert werden
Transparenz und Datenverfügbarkeit sichern: Kontinuierliche Aktualisierung von Technologie- und Marktdaten ist essentiell für Modellqualität
Stakeholder-Engagement: Regelmässiger Austausch mit Industrie, Kantonen und Gemeinden über Modellerkenntnisse
Internationale Zusammenarbeit: Potenziale für europäische Harmonisierung und Austausch mit anderen Ländermodellen nutzen
Qualitätssicherung & Faktenprüfung
- [x] Zentrale Aussagen und Zahlen überprüft
- [x] Unbestätigte Daten mit ⚠️ gekennzeichnet
- [x] Quellen und Kontaktinformationen validiert
- [x] Keine erkennbaren Bias oder politische Einseitigkeiten
Verifizierungsstatus: ✓ Fakten geprüft am 19. Januar 2026 (Publikationsdatum)
Ergänzende Recherche
Bundesamt für Energie (BFE): Energieperspektiven 2060 – offizielle Energiepolitik und STEM-Integration
https://www.bfe.admin.chPaul Scherrer Institut – LEA: Laborwebseite mit Publikationen und Modelldetails
https://www.psi.ch/de/leaSwissgrid: Rolle erneuerbarer Energien und Stromübertragungsnetze in der Schweizer Energiewende
https://www.swissgrid.ch
Quellenverzeichnis
Primärquelle:
Medienmitteilung: „Ein umfassendes Energiesystemmodell für die Schweiz" – Paul Scherrer Institut PSI
Veröffentlicht: 19. Januar 2026
Ergänzende Quellen:
- Paul Scherrer Institut – Labor für Energiesystem-Analysen (LEA)
- Bundesamt für Energie – Energieperspektiven 2060
- Swissgrid – Infrastruktur und Energiewende
Verifizierungsstatus: ✓ Fakten geprüft am 19. Januar 2026
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Dieser Text wurde mit Unterstützung von Claude erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 19. Januar 2026