Kurzfassung
Botschafterin Pälvi Pulli, stellvertretende Staatssekretärin für Sicherheitspolitik, verlässt das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik per Ende Oktober 2026. Das VBS und Pulli haben das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet. Pulli wurde per 1. Januar 2024 in die Funktion ernannt. Seit der Gründung des Staatssekretariats 2024 leitet sie die Abteilung Strategie und Kooperation. Nach einer viermonatigen Kündigungsfrist mit Freistellung erhält sie eine Abgangsentschädigung von acht Monatslöhnen.
Personen
- Pälvi Pulli (stellvertretende Staatssekretärin für Sicherheitspolitik; Botschafterin)
- Martin Pfister (Bundesrat, Chef VBS)
Themen
- Schweizer Sicherheitspolitik
- Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (SEPOS)
- Personalwechsel in der Bundesverwaltung
- Internationale Sicherheitskooperation
Clarus Lead
Der Abgang trifft das SEPOS in einer heiklen Phase: Die Sicherheitspolitische Strategie 2026 geht gerade in die Umsetzung. Das erst 2024 gegründete Staatssekretariat verliert damit seine operative Aufbaufigur nach nur zwei Jahren. Die Vakanz fällt zusammen mit dem Ukraine-Krieg, den bilateralen Sicherheitsgesprächen mit der EU – und einem VBS, das clarus.news zuletzt wegen Grossprojekten wie der NDP und der Armee-IT kritisch begleitet hat. Die Frage nach institutioneller Kontinuität stellt sich damit doppelt.
Detaillierte Zusammenfassung
Pullis Laufbahn umfasst über 25 Jahre Sicherheitspolitik in mehreren Bundesstellen. Sie schloss 1998 an der Universität Neuenburg mit einer Licence ès lettres ab – Hauptfächer Schweizer Geschichte und Englisch, Nebenfach Politikwissenschaften. Von 1999 bis 2008 arbeitete sie im Generalsekretariat VBS und im Stab Sicherheitsausschuss des Bundesrates. Danach wechselte sie als Referentin ins Generalsekretariat EJPD, unter anderem für Auslandkontakte und Sicherheitspolitik. Im Juli 2016 übernahm sie bei fedpol die Leitung der Abteilung internationale Beziehungen und Stab. Vom 1. April 2018 bis Ende 2023 war sie Chefin Sicherheitspolitik im Generalsekretariat VBS. Der Bundesrat ernannte sie 2019 zur Botschafterin.
Unter ihrer Leitung entstanden zentrale Grundlagendokumente: der Sicherheitspolitische Bericht 2021, der Zusatzbericht 2022 als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und zuletzt die Sicherheitspolitische Strategie 2026. Bundesrat Pfister würdigt ihren Einsatz. Sie habe den Aufbau des SEPOS massgeblich geprägt und die internationale Kooperation des VBS mitgestaltet.
Die Vereinbarung regelt den Abgang nach Bundespersonalrecht: Freistellung während der viermonatigen Kündigungsfrist gemäss Art. 103a Abs. 1bis BPV, danach Abgangsentschädigung von acht Monatslöhnen gemäss Art. 78 BPV. Bei Aufnahme einer selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit besteht Rückerstattungspflicht.
Kernaussagen
- Botschafterin Pälvi Pulli verlässt das SEPOS einvernehmlich per Ende Oktober 2026
- Sie prägte den Aufbau des 2024 gegründeten SEPOS und verantwortete zentrale Strategiedokumente bis zur Sicherheitspolitischen Strategie 2026
- Ihr Abgang entzieht der Bundesführung eine 25-jährige sicherheitspolitische Erfahrung – mitten in geopolitisch angespannter Lage
Kritische Fragen
Evidenz: Die Mitteilung nennt keinen Grund für die «einvernehmliche» Trennung – welche dokumentierten Beurteilungen oder strategischen Erwägungen liegen dem Entscheid zugrunde?
Interessenkonflikte: Schafft die Abgangsentschädigung von acht Monatslöhnen mit Rückerstattungspflicht Anreize, die künftige Tätigkeiten bei privaten oder ausländischen Akteuren beeinflussen?
Kausalität: Steht der Abgang im Zusammenhang mit strategischen Differenzen, Ressourcenfragen oder persönlichen Gründen – und was bedeutet jedes Szenario für die Kontinuität?
Alternativen: Signalisiert der Weggang, dass Struktur oder Mandat des SEPOS nach zwei Jahren einer Neujustierung bedürfen?
Umsetzbarkeit: Welche Nachfolgeregelung besteht für die Abteilung Strategie und Kooperation – und reicht die Zeit bis Ende Oktober für den Wissenstransfer?
Risiken: Wie wird die Umsetzung der Sicherheitspolitischen Strategie 2026 ohne ihre federführende Autorin abgesichert?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Botschafterin Pälvi Pulli verlässt das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik SEPOS – https://www.admin.ch/de/newnsb/b6KmJzGFqBK0
Verifizierungsstatus: ✓ 10.07.2026
Weitere Sprachen: Französisch | Englisch
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 10.07.2026