Kurzfassung

Der Bundesrat hat am 19. Juni 2026 einen Bericht zur langfristigen Steuer- und Standortstrategie der Schweiz verabschiedet. Der Bericht analysiert die Finanzierungssicherheit des Bundes vor dem Hintergrund internationaler, demografischer und technologischer Veränderungen. Die Schweiz verfügt derzeit über solide finanzielle Grundlagen und bleibt steuerlich attraktiv, weist aber strukturelle Herausforderungen auf. Zentrale Handlungsfelder sind die Unternehmensbesteuerung aufgrund der OECD/G20-Mindestbesteuerung, die demografische Alterung und der technologische Wandel. Der Bundesrat plant, bis anfangs 2027 gemeinsam mit den Kantonen Vertiefungsarbeiten abzuschliessen und im ersten Halbjahr 2027 über das weitere Vorgehen zu beschliessen.

Personen

  • Bundesrat (Kollegialorgan; Entscheidungsträger)

Themen

  • Steuerliche Standortattraktivität
  • OECD/G20-Mindestbesteuerung
  • Unternehmensbesteuerung
  • Föderale Steuerpolitik
  • Finanzielle Stabilität

Clarus Lead

Die Schweiz steht an einem Wendepunkt ihrer Steuerpolitik: Während das föderale System und die ausgewogene Steuerstruktur bislang Stabilität sicherten, erzwingt die internationale Mindestbesteuerungsregel einen Kurswechsel im Unternehmenssteuerbereich. Die kommenden Reformschritte bis 2027 werden entscheidend dafür sein, ob die Schweiz ihre Attraktivität für Unternehmen bewahrt oder durch Anpassungen an globale Standards an Wettbewerbsfähigkeit einbüsst. Gleichzeitig deuten demografische und technologische Trends auf strukturelle Risiken für die langfristige Einnahmebasis hin.

Detaillierte Zusammenfassung

Der Bericht identifiziert die föderale Ausgestaltung und den ausgewogenen Mix aus direkten und indirekten Steuern als zentrale Stärken des Schweizer Steuersystems. Im internationalen Vergleich weist die Schweiz eine relativ tiefe Fiskalquote auf und generiert derzeit robustes Einnahmenwachstum. Allerdings entstehen durch die OECD/G20-Mindestbesteuerung neue Rahmenbedingungen, die den internationalen Steuerwettbewerb grundlegend verändern.

Der Bundesrat hat bereits die nationale Ergänzungssteuer (QDMTT) und die internationale Ergänzungssteuer (IIR) per Verordnung eingeführt, um Steuersubstrat im Inland zu halten und Rechtssicherheit zu schaffen. Der Bericht zeigt jedoch, dass Spielräume zur Stärkung der Standortattraktivität verbleiben – etwa durch Anpassungen der Bemessungsgrundlage oder alternative Standortförderinstrumente. Eine abschliessende Beurteilung wird für verfrüht befunden; stattdessen sollen Kantone und Wirtschaft in einer Arbeitsgruppe bis anfangs 2027 Vertiefungsarbeiten durchführen.

Im Bereich der Einkommens- und Vermögenssteuern sowie konsumbezogener Steuern nennt der Bericht Optimierungsmöglichkeiten. Die Stimmbevölkerung hat am 8. März 2026 das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung angenommen, das Erwerbsanreize für Zweitverdienende stärken soll. Der Bundesrat plant zudem eine Vorlage zur Vereinfachung der Berufskostenabzüge. Konsum- und Lenkungssteuern könnten künftig an Bedeutung gewinnen, da sie effizient wirken und die Standortattraktivität weniger beeinflussen. Mehrwertsteuer-Vereinfachungen bleiben wünschenswert; das Geschäft zum Verzicht auf den Mehrwertsteuer-Sondersatz für die Hotellerie liegt beim Parlament.

Kernaussagen

  • Die Schweiz verfügt derzeit über solide finanzielle Grundlagen, sieht sich aber strukturellen Herausforderungen durch internationale Mindestbesteuerung, demografische Alterung und technologischen Wandel gegenüber.
  • Handlungsbedarf besteht primär in der Unternehmensbesteuerung; der Bundesrat prüft Optionen zur Stärkung der Standortattraktivität in Abstimmung mit Kantonen und Wirtschaft bis 2027.
  • Anpassungen sollen im Rahmen der Überführung der Mindestbesteuerungsverordnung in ein Gesetz erfolgen, die bis 2029 dem Parlament vorgelegt werden muss.

Kritische Fragen

  1. Evidenz/Datenqualität: Welche konkreten Daten zeigen, dass die aktuelle Steuereinnahmebasis durch demografische Alterung und KI-Wandel gefährdet ist? Werden Szenarien mit Quantifizierung vorgelegt?

  2. Interessenkonflikte: Inwiefern beeinflussen Lobbying-Positionen von Grosskonzernen die Ausgestaltung der Ergänzungssteuern (QDMTT/IIR)? Wie wird Wirtschaftsunabhängigkeit in der Arbeitsgruppe gewährleistet?

  3. Kausalität/Alternativen: Sind höhere direkte Steuersätze als Alternative zur Standortförderung analytisch ausgeschlossen worden, oder nur politisch? Welche Szenarien wurden gegenüber gestellt?

  4. Umsetzbarkeit/Risiken: Wie realistisch ist die Frist bis anfangs 2027 für substanzielle Vertiefungsarbeiten mit 26 Kantonen? Welche Risiken entstehen durch Verzögerungen bis 2029?

  5. Quellenvalidität: Basiert die Bewertung der Standortattraktivität auf aktuellen internationalen Benchmarks, oder auf älteren Daten?

  6. Verteilungseffekte: Wie werden die Auswirkungen der geplanten Unternehmenssteueranpassungen auf Einkommensverteilung und Mittelstandsbetriebe analysiert?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Bericht des Bundesrats zur langfristigen Steuer- und Standortstrategie der Schweiz – Sitzung vom 19. Juni 2026

Verifizierungsstatus: ✓ 19.06.2026

Weitere Sprachen: Französisch | Englisch


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 19.06.2026