Kurzfassung

Der Schweizer Bundesrat hat am 12. Juni 2026 die Finanzierung des Projekts NASURE («National Surveillance and Response») bewilligt. Die neue nationale Plattform wird epidemiologische Daten aus verschiedenen Gesundheitssystemen zentral zusammenführen und auswerten. Mit Kosten von 45,3 Millionen Franken für die erste Umsetzungsphase (2026–2034) sollen Meldungen von übertragbaren Krankheiten vollständig digitalisiert und automatisiert werden. Das Projekt ist Teil des Programms DigiSanté zur digitalen Transformation des Gesundheitswesens.

Personen

  • Bundesamt für Gesundheit (BAG) (Projektträger)
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) (Risikobewertung)

Themen

  • Digitalisierung Gesundheitswesen
  • Epidemiologische Überwachung
  • Pandemieprävention
  • Datenintegration

Clarus Lead

Die Covid-19-Pandemie hatte gravierende Mängel in der Schweizer Krankheitsüberwachung offenbart: Meldungen liefen über unterschiedliche Kanäle, Systeme waren nicht vernetzt, manuelle Verarbeitung überlastete Behörden. NASURE adressiert diese Schwachstellen durch eine einheitliche, automatisierte Plattform. Das Projekt ist zeitkritisch – das Bundesamt für Bevölkerungsschutz stuft Pandemien als grösstes Risiko für Gesellschaft und Wirtschaft ein. Mit der Genehmigung werden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um künftige Gesundheitskrisen schneller zu erkennen und zu bekämpfen.

Detaillierte Zusammenfassung

Das obligatorische Meldewesen in der Schweiz funktioniert bislang über dezentrale Strukturen: Kantone, Ärzte, Spitäler und Labore melden gefährliche Erreger an das BAG, doch die technische Infrastruktur ist fragmentiert. Die Pandemie zwang zu Notlösungen – Covid-Meldungen wurden improvisiert vereinheitlicht. NASURE soll diesen Flickenteppich durch eine kohärente Architektur ersetzen.

Die Plattform arbeitet nach dem Once-Only-Prinzip: Gesundheitseinrichtungen übermitteln Daten einmalig, das BAG verarbeitet sie zentral und stellt sie standardisiert Kantonen, Bund und Partnern zur Verfügung. Anonymisierte Informationen werden öffentlich über das «BAG-Infoportal übertragbare Krankheiten» zugänglich gemacht. Die erste Phase (bis Ende 2028) etabliert Basisfunktionalitäten für das obligatorische Meldewesen und modernisiert veraltete Systeme wie Sentinella (für Haus- und Kinderärzte) und das Meldesystem für seltene Kindererkrankungen. Die zweite Phase (bis 2034) integriert zusätzliche Datenquellen, etwa Abwassermonitoring, und könnte nach Revision des Epidemiengesetzes auch One-Health-Ansätze und Antibiotika-Resistenzüberwachung umfassen.

Der Gesamtverpflichtungskredit beträgt 50,3 Millionen Franken; die freigegebenen 45,3 Millionen decken die ersten Etappen. NASURE ist eines von drei Kernprojekten des DigiSanté-Programms (neben Gesundheitsdatenraum und Microdatacenter), das das Parlament 2024 mit 392 Millionen Franken dotiert hat. Trotz parlamentarischer Sparauflagen kann das Projekt mit leichter Budgetreduktion vorangetrieben werden.

Kernaussagen

  • Bundesrat genehmigt 45,3 Millionen Franken für digitale Überwachungsplattform NASURE (2026–2034)
  • Fragmentierte Meldewesen werden in einheitliche, automatisierte nationale Plattform integriert
  • Once-Only-Prinzip reduziert Doppelerfassungen; schnellere Erkennung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten ermöglicht
  • Pandemien als grösstes Risiko für Schweiz – Projekt zentraler für Krisenvorbereitung

Kritische Fragen

  1. Datenqualität & Validierung: Wie wird sichergestellt, dass die aus dezentralen Quellen (Spitäler, Labore, Praxen) zusammengeführten Daten konsistent und fehlerfrei sind? Welche Qualitätskontrollmechanismen sind in NASURE vorgesehen?

  2. Datenschutz & Anonymisierung: Das System verarbeitet sensible Gesundheitsdaten zentral. Welche technischen und organisatorischen Massnahmen schützen vor unbefugtem Zugriff oder Missbrauch? Wie wird die Anonymisierung für öffentliche Portale überprüft?

  3. Systemausfallrisiken: Eine zentrale Plattform ist ein Single Point of Failure. Welche Redundanzen und Notfallpläne existieren, falls NASURE ausfällt? Wie wird Betriebskontinuität während Pandemien gewährleistet?

  4. Adoption & Compliance: Meldewesen hängt von Compliance der Kantone, Ärzte und Labore ab. Welche Anreize oder Sanktionen sichern die vollständige Datenübermittlung? Wie werden Widerstände gegen Systemwechsel adressiert?

  5. Kostenkontrolle: Der Gesamtkredit beträgt 50,3 Millionen Franken über 9 Jahre. Wie ist der Kostenrahmen strukturiert? Welche Risiken für Budgetüberschreitungen sind identifiziert?

  6. Interoperabilität mit Kantonen: Kantone haben eigene Gesundheitssysteme. Wie wird technische Kompatibilität mit kantonalen Infrastrukturen sichergestellt? Wer trägt Integrationslast und -kosten?

  7. Abwassermonitoring-Integration: Phase 2 plant Abwasser-Datenquellen. Sind Standards für Abwasseranalytik bereits definiert? Welche Labore sind verpflichtet, Daten zu liefern?

  8. Politische Abhängigkeit: Weitere Aufgaben (One-Health, Antibiotika-Resistenz) sind von Epidemiengesetz-Revision abhängig. Wie wahrscheinlich ist diese Revision? Besteht Risiko, dass NASURE unvollständig bleibt?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: [Bundesrat genehmigt digitale Überwachungsplattform NASURE] – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/LaA5GS2NPn4MPJVZ0CxWo

Ergänzende Quellen:

  1. NASURE (National Surveillance & Response) – https://www.digisante.admin.ch/de/nasure-national-surveillance-response-de
  2. Programm DigiSanté – Parlamentsbeschluss 29. Mai 2024 (392 Millionen Franken)

Verifizierungsstatus: ✓ 12.06.2026

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Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 12.06.2026