Kurzfassung

Der Schweizer Bundesrat hat am 24. Juni 2026 das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen die Modernisierung des Handelsregisters zu prüfen. Im Fokus steht die Vereinheitlichung der technischen Infrastruktur, um Prozesse zu optimieren und zu vereinfachen. Das EJPD soll bis Ende 2028 eine detaillierte Kostenanalyse und einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen vorlegen. Parallel dazu wird das EJPD beauftragt, bis Ende 2027 einen Vernehmlassungsentwurf zur Revision der Handelsregisterverordnung (HRegV) zu erarbeiten, der Prozessverbesserungen auch unabhängig von IT-Änderungen ermöglicht.

Personen

  • Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) (Federführung Handelsregister-Modernisierung)

Themen

  • Handelsregister-Modernisierung
  • Technische Infrastruktur
  • Verwaltungsoptimierung
  • Föderale Zusammenarbeit

Clarus Lead

Die Modernisierung des Handelsregisters adressiert eine zentrale Schwachstelle der Schweizer Verwaltungsinfrastruktur: Die bisherige dezentrale Struktur mit kantonal unterschiedlichen Systemen führt zu Ineffizienzen bei der Unternehmensregistrierung. Der Bundesrat signalisiert damit Handlungsfähigkeit bei einem Reformprojekt, das sowohl technische als auch regulatorische Dimensionen hat – ein strategisches Signal für digitale Verwaltungstransformation in der Schweiz.

Detaillierte Zusammenfassung

Die bisherigen Arbeiten zwischen Bund und Kantonen haben eine gemeinsame Zukunftsvision für das Handelsregister entwickelt und eine grobe Kostenschätzung erstellt. Allerdings zeigten sich dabei erhebliche Unsicherheiten: Die genauen Kosten der technischen Vereinheitlichung sind unklar, und die Finanzierungsmöglichkeiten müssen noch geklärt werden. Entscheidend ist auch die Analyse potenzieller Kosteneinsparungen, um Nutzen und Aufwand realistisch bewerten zu können.

Die Reformstrategie verfolgt einen zweistufigen Ansatz. Zum einen prüft das EJPD bis Ende 2028 verschiedene Varianten einer einheitlichen IT-Infrastruktur – ein technisch und organisatorisch komplexes Vorhaben, das Koordination mit 26 Kantonen erfordert. Zum anderen wird parallel eine Revision der Handelsregisterverordnung vorbereitet, die bereits bis Ende 2027 in die Vernehmlassung gehen soll. Diese Verordnungsrevision ermöglicht schnellere Prozessoptimierungen, die unabhängig von infrastrukturellen Grossprojekten umgesetzt werden können und damit frühere Entlastungswirkungen bieten.

Kernaussagen

  • Der Bundesrat beauftragt das EJPD mit einer umfassenden Kostenanalyse und Machbarkeitsprüfung für eine einheitliche Handelsregister-Infrastruktur (Frist: Ende 2028)
  • Eine parallele Verordnungsrevision soll bis Ende 2027 schnellere Prozessverbesserungen ermöglichen, ohne auf die IT-Modernisierung warten zu müssen
  • Zentrale Herausforderung ist die Präzisierung der Kosten und die Identifikation von Einsparungspotenzialen zur Rentabilitätsbewertung

Kritische Fragen

  1. Evidenz/Datenqualität: Auf welchen Daten basiert die bisherige grobe Kostenschätzung, und wie valide sind diese Schätzungen für eine Entscheidung bis Ende 2028?

  2. Interessenkonflikte: Welche Kantone profitieren stärker von einer Vereinheitlichung, und könnte dies zu Widerstände bei Kantonen mit bereits modernen Systemen führen?

  3. Kausalität/Alternativen: Wurde geprüft, ob eine Föderalisierung (stärkere Kantonsautonomie) mit Standards-Schnittstellen kostengünstiger wäre als eine zentrale Infrastruktur?

  4. Umsetzbarkeit: Wie werden die Übergangsprozesse gestaltet, um Betriebsunterbrechungen bei Unternehmensregistrierungen während der Umstellung zu vermeiden?

  5. Finanzierung: Sind Bund und Kantone sich über die Kostenaufteilung einig, oder ist dies noch Verhandlungsgegenstand der Analyse?

  6. Timing: Warum liegt die Frist für die technische Infrastruktur-Analyse (Ende 2028) zwei Jahre nach der Verordnungsrevision (Ende 2027)?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Bundesrat – Modernisierung Handelsregister – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/OdEbUpEdESvH

Verifizierungsstatus: ✓ 24.06.2026

Weitere Sprachen: Französisch | Englisch


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 24.06.2026