Kurzfassung

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat seine Preisstatistiken grundlegend überarbeitet und ab 2026 implementiert. Der aktualisierte Warenkorb des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) erfasst nun neue Produkte wie Milch auf pflanzlicher Basis, E-Scooter und Elektrizität von Ladestationen. Zudem werden neue Immobilienstatistiken zu Eigentümerwechseln (ab Dezember 2026) und ein Preisindex für Mehrfamilienhäuser (ab Ende 2027) eingeführt. Die Digitalisierung der Datenerfassung wird durch elektronische Daten und automatisierte Webseiten-Erhebungen vorangetrieben.

Personen

  • Bundesamt für Statistik (BFS) – Schweizer Behörde

Themen

  • Preisstatistiken und Inflation
  • Konsumentenpreisindex (LIK)
  • Immobilienmarkt und Transaktionen
  • Digitalisierung von Datenerfassung
  • Internationale Statistiknormen (COICOP 2018)

Clarus Lead

Das BFS modernisiert seine Preisstatistiken erstmals seit 2020 mit einer umfassenden Revision. Diese Indizes sind zentral für die Schweizer Wirtschafts- und Geldpolitik sowie für die Indexierung von Löhnen, Renten und Verträgen im dreistelligen Milliardenbereich. Die Anpassung erfolgt durch aktualisierte Warenkörbe, neue Datenquellen und digitalisierte Erhebungsmethoden, um die wirtschaftliche Realität besser abzubilden.

Detaillierte Zusammenfassung

Die Revision betrifft drei zentrale Preisindizes: den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK), den Produzenten- und Importpreisindex (PPI/IPI) sowie den Baupreisindex (BAP). Der neue LIK-Warenkorb orientiert sich an der internationalen COICOP 2018-Nomenklatur und umfasst erstmals 13 statt 12 Hauptgruppen. Neu berücksichtigte Produkte spiegeln veränderte Konsummuster wider: Pflanzenmilch, E-Scooter, Ladestation-Elektrizität, Wohnmobile, Bestattungsdienste und Langzeitpflege. Die Gruppen Verkehr und Nachrichtenübermittlung wurden grundlegend überarbeitet, um Digitalisierungstrends abzubilden.

Die Datenerfassung wird systematisch modernisiert. Das BFS erweitert die Nutzung von Scannerdaten von Einzelhandelsketten und elektronischen Daten von Liegenschaftsverwaltungen. Internetbasierte Preiserhebungen sind bereits auf rund 60 Webseiten automatisiert. Im Baugewerbe ermöglicht das Projekt e-BAP künftig die Erfassung von Preisen über Verwaltungssoftware, wodurch der Aufwand für Unternehmen sinkt. Bei pharmazeutischen Produkten und organischen Chemikalien werden zudem Zollverwaltungsdaten integriert.

Im Immobiliensektor entstehen zwei neue statistische Angebote: Ab Dezember 2026 veröffentlicht das BFS Grundbuchdaten zu jährlichen Eigentümerwechseln (2017–2025), aufgeschlüsselt nach Kanton, Objekttyp und Transaktionsart. Ab Ende 2027 folgt ein neuer Preisindex für Mehrfamilienhäuser, kombiniert aus Transaktionspreisen der Grundbücher und Struktur-/Lagevariablen aus dem Gebäude- und Wohnungsregister. Diese Daten sollen die Stichprobenabdeckung des bestehenden Wohnimmobilienpreisindex verbessern und Wirtschaft, Politik und Immobilienbranche informieren.

Kernaussagen

  • Fünfjährliche Revision: Preisstatistiken werden alle fünf Jahre umfassend aktualisiert, um Marktentwicklungen und Konsummuster abzubilden.
  • Neue Warenkörbe: LIK erfasst nun 13 Produktgruppen statt 12; neue Produkte wie Pflanzenmilch, E-Scooter und Langzeitpflege sind enthalten.
  • Digitalisierung vorantreiben: Automatisierte Webseiten-Erhebungen, Scannerdaten und administrative Datenquellen reduzieren Erhebungsaufwand und verbessern Datenqualität.
  • Immobilienstatistiken erweitern: Neue Statistiken zu Eigentümerwechseln (2026) und Mehrfamilienhäuser-Preisindex (2027) schliessen Informationslücken.
  • Internationale Vergleichbarkeit: COICOP 2018-Nomenklatur ermöglicht standardisierte Vergleiche mit anderen Ländern.

Kritische Fragen

  1. Datenqualität & Validität: Wie wird die Repräsentativität der Scannerdaten und Webseiten-Preiserhebungen überprüft, insbesondere bei kleineren Anbietern oder regionalen Märkten, die möglicherweise unterrepräsentiert sind?

  2. Interessenskonflikte & Unabhängigkeit: Inwiefern können Datenlieferanten (Einzelhandelsketten, Liegenschaftsverwaltungen) die Datenauswahl beeinflussen, und welche Qualitätskontrollmechanismen schützen die Unabhängigkeit des BFS?

  3. Kausalität & Alternativszenarien: Wie wird sichergestellt, dass Änderungen in den Indizes tatsächlich Marktentwicklungen widerspiegeln und nicht durch methodische Revisionen oder Warenkorbänderungen verursacht werden?

  4. Umsetzbarkeit & Übergangrisiken: Wie werden Nutzer (Arbeitgeber, Versicherungen, öffentliche Verwaltung) bei der Umstellung auf neue Indizes unterstützt, und welche Übergangsfristen gelten für die Indexierung bestehender Verträge?

  5. Immobiliendaten-Abdeckung: Decken die Grundbuchdaten alle Transaktionstypen ab (z. B. Schenkungen, Erbfälle), oder entstehen Blindstellen in der Marktabbildung?

  6. Digitalisierungsrisiken: Können technische Ausfälle oder Änderungen in Webseiten-Strukturen die automatisierte Datenerfassung beeinträchtigen, und wie wird Kontinuität gewährleistet?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Aktualisierter Warenkorb der Konsumentenpreise, neue Immobilienstatistiken und mehr Digitalisierung – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/Y-JXC27cLMlD

Verifizierungsstatus: ✓ 13. Februar 2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 13. Februar 2026