Kurzfassung
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider leitete am 17. April 2026 in Bern das zweite Treffen zwischen Bund und Kantonen zur Gleichstellung der Geschlechter. Regierungsrätinnen und Regierungsräte aus den Kantonen erörterten die Umsetzung der Gleichstellungsstrategie 2030, die der Bundesrat 2021 verabschiedet hatte. Der Aktionsplan umfasst über 300 Massnahmen, von denen knapp die Hälfte kantonal umgesetzt wird. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung (EBG) wurde beauftragt, bis Ende 2026 prioritäre Massnahmen für 2027–2030 zu definieren und die Strategie gegebenenfalls anzupassen.
Personen
- Elisabeth Baume-Schneider (Bundesrätin, Vorsteherin Eidgenössisches Departement des Innern)
Themen
- Gleichstellungspolitik Schweiz
- Föderale Zusammenarbeit (Bund–Kantone)
- Geschlechtsspezifische Gewalt und Prävention
- Vereinbarkeit Beruf und Privatleben
Clarus Lead
Die Schweiz intensiviert ihre föderale Koordination in der Gleichstellungspolitik zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Gleichstellungsstrategie 2030 steht nach einer Zwischenevaluation vor einer Neuausrichtung. Mit über 300 laufenden Massnahmen und wachsendem Fokus auf geschlechtsspezifische Gewalt signalisiert der Bund damit, dass Gleichstellung nicht als abgeschlossene Agenda, sondern als iterativer Prozess mit Anpassungsbedarf verstanden wird. Für Kantone und Gemeinden bedeutet dies konkrete Erwartungen zur Umsetzung bis 2030.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Gleichstellungsstrategie 2030 wurde vom Bundesrat 2021 verabschiedet, um bislang wenig koordinierte Massnahmen zu strukturieren und eine gemeinsame Dynamik zu schaffen. Der Aktionsplan ist seitdem auf über 300 Massnahmen angewachsen, wobei die Kantone für die Umsetzung von knapp der Hälfte verantwortlich sind. Dies unterstreicht die zentrale Rolle der föderalen Ebene bei der Gleichstellungsarbeit.
Das zweite Treffen konzentrierte sich auf drei Schwerpunkte: erstens die Bilanz der bisherigen Umsetzung und die geplante Ausrichtung bis 2030, zweitens die Erarbeitung einer nationalen Strategie gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt in enger Zusammenarbeit mit Kantonen und Gemeinden (federführend: Eidgenössisches Departement des Innern und Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement), und drittens ein Austausch über kantonale Best-Practice-Beispiele. Konkrete Initiativen wie das «Bündner Mädchen*parlament» (Graubünden), das Projekt «Gleichstellung im Erwerbsleben» (Freiburg), die Plattform «JOB&LIFE» (Basel-Landschaft) zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie das Präventionsprogramm «DoLaS» (Zürich) zeigen, wie föderale Strategievorgaben auf kantonaler Ebene umgesetzt werden. Das EBG wurde mit der Definition prioritärer Massnahmen für den Zeitraum 2027–2030 beauftragt und soll bis Ende 2026 mögliche Strategieanpassungen prüfen.
Kernaussagen
- Schweizer Gleichstellungsstrategie umfasst über 300 Massnahmen, etwa die Hälfte davon kantonal umgesetzt
- Föderaler Dialog wird intensiviert: Zweites Koordinierungstreffen bestätigt kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen
- Nationale Strategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt wird erarbeitet; Kantone und Gemeinden sind zentrale Partner in der Umsetzung
Kritische Fragen
Evidenz/Datenqualität: Welche Erkenntnisse lieferte die Zwischenevaluation der Strategie 2030, und auf welcher Datenbasis wurden die über 300 Massnahmen als wirksam bewertet?
Interessenkonflikte: Inwiefern beeinflussen unterschiedliche kantonale Prioritäten (Wirtschaft vs. Soziales) die Umsetzung der föderalen Gleichstellungsvorgaben, und wie werden Konflikte gelöst?
Kausalität: Lässt sich nachweisen, dass die Koordination zwischen Bund und Kantonen seit 2021 zu messbaren Verbesserungen in Lohngleichheit, Gewaltprävention oder Erwerbsbeteiligung geführt hat?
Umsetzbarkeit: Wie wird sichergestellt, dass die bis Ende 2026 definierten prioritären Massnahmen für 2027–2030 in allen Kantonen mit unterschiedlichen Ressourcen umgesetzt werden können?
Monitoring: Welche Indikatoren messen den Erfolg der geplanten Strategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt, und wer kontrolliert die Einhaltung?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Gleichstellung der Geschlechter: Bund und Kantone setzen ihren Dialog fort – news.admin.ch, 17.04.2026
Ergänzende Ressourcen:
- Gleichstellungsstrategie 2030
- Zwischenevaluation der Gleichstellungsstrategie 2030 und ihres Aktionsplans
- Nationale Strategie gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt
Verifizierungsstatus: ✓ 17.04.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 17.04.2026