Kurzfassung

Der europäische Cloud-Verband CISPE hat am 19. März 2026 eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Broadcom bei der EU-Kommission eingereicht. Der Vorwurf: Broadcom missbraucht seine marktbeherrschende Stellung bei VMware-Virtualisierungssoftware durch massive Preiserhöhungen (über 1.000 Prozent), erzwungene Produktbündelungen und Vorauszahlungspflichten. Besonders kritisch ist die Ankündigung, das europäische VMware Cloud Service Provider-Programm (VCSP) im Januar 2026 zu beenden – eine Massnahme, die europäische Cloud-Anbieter massiv schadet und die digitale Souveränität Europas gefährdet.

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Themen

  • Kartellrecht und Wettbewerbspolitik
  • Cloud-Infrastruktur und VMware
  • Digitale Souveränität Europas
  • Preispolitik und Marktmacht

Clarus Lead

Broadcom befindet sich in der Kritik massiver Marktmachtmissbräuche. Der Technologiekonzern erhöht VMware-Lizenzen für europäische Cloud-Dienstleister um über 1.000 Prozent und setzt mit der geplanten Beendigung des VCSP-Programms gezielt auf Ausgrenzung von Wettbewerbern. Dies gefährdet nicht nur europäische Unternehmen, sondern untergräbt auch die strategische Unabhängigkeit Europas in der Cloud-Infrastruktur. Die EU-Kommission wird zum sofortigen Handeln aufgefordert.

Detaillierte Zusammenfassung

Broadcom setzt europäische Cloud-Anbieter massiv unter Druck. Neben extremen Preiserhöhungen für VMware-Software erzwingt das Unternehmen Produktbündelungen, Vorauszahlungen und Mindestabnahmequoten, die sich am Marktpotenzial statt an tatsächlicher Nutzung orientieren. Ein Bericht von Cloud-Communities aus Mai 2025 dokumentierte bereits Steigerungen von 800 bis 1.500 Prozent. Parallel unterstützt CISPE die Beschwerde des Verbands Voice e.V., der ähnliche Drucktaktiken kritisiert.

Das zentrale Problem ist die Beendigung des VCSP-Programms in Europa zum Januar 2026. Während das Programm andernorts bestehen bleibt, werden europäische Cloud-Anbieter systematisch ausgeschlossen – ein Vorgehen ohne offizielle Begründung. Lediglich handverlesene Partner erhalten Weiterbetriebsgenehmigung. Bereits 2025 stoppte Broadcom sein White-Label-Programm für kleine und mittlere Unternehmen. Berichte aus den Niederlanden und Dänemark zeigen dramatische Folgen: Kosten sind „exponentiell gestiegen", Widerspruch führte zu „Drohungen und Vergeltungsmassnahmen", und betroffene CSPs verloren „über Nacht einen signifikanten Anteil" ihres Geschäfts.

CISPE warnt vor langfristigen Schäden für Europas digitale Infrastruktur. Broadcoms Strategie zerstöre die Autonomie europäischer Anbieter, verstärke die Abhängigkeit von US-Hyperscalern und gefährde die europäische Sovereign-Cloud-Strategie. Folgen: Monopolbildung, sinkender Wettbewerb, steigende Kosten.

Kernaussagen

  • Über 1.000 Prozent Kostensteigerung für europäische Cloud-Dienstleister durch Broadcom innerhalb kurzer Zeit dokumentiert
  • VCSP-Programm-Beendigung im Januar 2026 schliesst europäische Anbieter systematisch aus; andernorts bleibt das Programm bestehen
  • Strategische Gefahr: Broadcoms Vorgehen untergräbt europäische Souveränität und Cloud-Unabhängigkeit
  • Druck und Vergeltung: Berichte von Drohungen, Sanktionen und Ausgrenzung gegen Widersprechende
  • Forderungen: Sofortige Aussetzung der VCSP-Kündigung, Wiederaufnahme europäischer CSPs, Reintroduktion White-Label-Programm, Schutz vor Vergeltung

Kritische Fragen

  1. Evidenz/Datenqualität: CISPE nennt über 1.000 Prozent Kostensteigerung, andere Quellen (Mai 2025) dokumentierten 800–1.500 Prozent. Auf welcher Datenbasis wurden diese Zahlen errechnet, und sind sie methodisch vergleichbar mit früheren Broadcom-Preismodellen?

  2. Evidenz/Quellenvalidität: Der Artikel berichtet von Umsatzverlusten europäischer CSPs „über Nacht", nennt aber keine konkreten Zahlen. Welche objektiven Metriken belegen diese Schäden?

  3. Interessenskonflikte/Anreize: CISPE vertritt wirtschaftliche Interessen seiner Mitglieder. Welche Rolle spielen alternative Virtualisierungslösungen (z.B. Open-Source-Alternativen), und warum setzten europäische CSPs bislang exklusiv auf VMware?

  4. Kausalität/Alternativen: Broadcom führt die VCSP-Beendigung nicht auf. Gibt es geschäftliche Gründe (geringe Rentabilität in Europa), die nicht auf Marktmachtmissbrauch hindeuten?

  5. Kausalität/Gegenhypothesen: Können europäische CSPs technisch auf Alternative wie KVM, Xen oder proprietäre Lösungen ausweichen, und wenn ja, warum nicht?

  6. Umsetzbarkeit/Risiken: Welche sofortigen Massnahmen könnte die EU-Kommission ergreifen, um Broadcoms Handeln zu unterbinden, ohne technische Abhängigkeiten zu verschärfen?

  7. Nebenwirkungen/Langfrist: Würde eine erzwungene Rückbesinnung auf VMware-Lizenzen europäische Cloud-Anbieter tatsächlich schützen, oder verhärtet dies die Abhängigkeit von Broadcom?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Europäische Cloud-Anbieter: Broadcom setzt zum Todesstoss an – heise.de, 19. März 2026

Verifizierungsstatus: ✓ 19. März 2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 19. März 2026