Medienmitteilung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz
Veröffentlicht am 4. Januar 2026
Kurzfassung
Nach dem Brand in Crans-Montana wurden 35 schwer verbrannte Patientinnen und Patienten dank des Union Civil Protection Mechanism (UCPM) in spezialisierte Kliniken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien verlegt. Die Schweiz aktivierte den europäischen Zivilschutzmechanismus aufgrund unzureichender Kapazitäten für die Langzeitbehandlung von Brandverletzungen im Inland. Die internationale Solidarität war beeindruckend: 22 europäische Länder boten Unterstützung an.
Personen
Keine spezifischen Personen namentlich genanntThemen
- Katastrophenmedizin
- Europäischer Zivilschutz
- Internationale Zusammenarbeit
- Brandverletzungen
- Patientenverlagerung
Detaillierte Zusammenfassung
Hintergrund und Anlass
Nach dem Brand in Crans-Montana am 2. Januar 2026 wurde eine Erstversorgung aller Verletzten in Schweizer Spitälern sichergestellt. Aufgrund der hohen Anzahl von Patientinnen und Patienten mit schweren Verbrennungen erwies sich jedoch die Kapazität der Schweizer Kliniken für eine optimale Langzeitbehandlung als unzureichend. Dies führte zur Aktivierung des UCPM, des europäischen Mechanismus für ausserordentliche Ereignisse.
Patientenverlagerungen
Zwischen dem 2. und 3. Januar 2026 wurden insgesamt 35 Personen in spezialisierte europäische Kliniken verlegt:
- 7 Personen nach Belgien
- 7 Personen nach Deutschland
- 15 Personen nach Frankreich
- 6 Personen nach Italien
- 3 weitere Patienten waren für Transport nach Italien und Frankreich vorgesehen
Bei der Auswahl der Zielländer wurden folgende Kriterien berücksichtigt:
- Geografische Nähe zur Schweiz (besonders für Schweizer Patientinnen und Patienten)
- Sprachliche Verständigung
- Familiäre Verbindungen im Zielland
- Verfügbarkeit spezialisierter Behandlungskapazitäten
Alle Verlegungen erfolgten mit Zustimmung der Angehörigen.
Logistische Umsetzung
Der Transport wurde mit hohem Spezialisierungsgrad durchgeführt:
- Lufttransport: Ambulanzflugzeuge und -helikopter kamen zum Einsatz
- Fachpersonal: Spezialistinnen und Spezialisten aus Italien, Frankreich, Rumänien, Luxemburg sowie der Rega begleiteten die Transporte
- Vor-Ort-Support: Spezialisierte Burn Assessment Teams aus Frankreich und Italien unterstützten Spitäler in Lausanne und im Wallis
- Koordination: Das Europäische Emergency Response Coordination Center (ERCC) koordinierte die Einsätze; Verbindungspersonen waren in Bern bei der Nationalen Alarmzentrale stationiert
Internationale Solidarität
22 europäische Länder boten Unterstützung an:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowenien, Tschechien, Türkei und Ungarn stellten Behandlungsplätze, Lufttransport und/oder Burn Assessment Teams zur Verfügung.
Weitere Perspektive
Die Möglichkeit der Unterstützung über den UCPM bleibt für 90 Tage nach Antragstellung bestehen. Weitere notwendige Transporte werden über reguläre Strukturen abgewickelt. Der Nationale Verbund Katastrophenmedizin (KATAMED) koordiniert die laufende Betreuung und den Austausch mit dem ERCC.
Kernaussagen
- Die Schweiz aktivierte erfolgreich den europäischen Zivilschutzmechanismus zur Bewältigung des Massenanfalls von Brandverletzten
- 35 schwer verbrannte Patientinnen und Patienten wurden innerhalb von zwei Tagen in spezialisierte Kliniken in vier Ländern verlegt
- Die internationale Zusammenarbeit verlief reibungslos und effizient
- 22 europäische Länder zeigten grosse Solidarität durch konkrete Hilfsangebote
- Die Bewältigung solcher Katastrophen ist nur durch internationale Kooperation möglich
- Nationale Katastrophenpläne bilden die Grundlage für europäische Koordinationsmechanismen
- Die Schweiz konnte auf Prozesse des KATAMED zurückgreifen, die sich in Entwicklung befanden
Metadaten
Sprache: DeutschPublikationsdatum: 4. Januar 2026
Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz (news.admin.ch)
Original-URL: https://www.news.admin.ch/de/newnsb/uISHd-71fV7eT1eN11W9W
Textlänge: ca. 4.200 Zeichen
Dokumenttyp: Medienmitteilung