Kurzfassung

Die Schweiz verzeichnete 2025 erneut einen Rückgang bei Asylgesuchen: 25'781 neue Gesuche bedeuten einen Rückgang von 7,1 Prozent gegenüber 2024. Afghanistan bleibt Hauptherkunftsland, während Eritrea stark zunahm. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) konnte die erstinstanzlichen Pendenzen um 20,4 Prozent senken und strebt bis Ende 2026 die Rückkehr zum normalen Arbeitsvorrat an. Die Asylgewährungsquote sank auf 27,1 Prozent, die Gesamtschutzquote auf 43,8 Prozent.

Personen

Themen

  • Asylstatistik 2025
  • Migrationsbewegungen Europa
  • Dublin-Verfahren
  • Schutzstatus S Ukraine
  • Rückkehrunterstützung

Clarus Lead

Die Schweiz registrierte 2025 insgesamt 25'781 Asylgesuche, was den zweiten aufeinanderfolgenden Rückgang markiert. Davon stammten 20'300 von neu eingereisten Personen. Für Entscheider relevant: Das Staatssekretariat für Migration konnte die erstinstanzlichen Pendenzen deutlich reduzieren und plant die Normalisierung des Arbeitsvorrats bis 2026. Europaweit sank der Migrationsdruck leicht, wobei regionale Verschiebungen (insbesondere vom Horn von Afrika) neue Herausforderungen schaffen.

Detaillierte Zusammenfassung

Herkunftsländer und regionale Trends

Afghanistan bleibt mit 6'207 Gesuchen (-28,1 %) das wichtigste Herkunftsland, gefolgt von Eritrea mit 3'415 Gesuchen (+63,2 %). Zusammen mit der Türkei (2'534 Gesuche), Algerien und Somalia stellen diese fünf Länder knapp zwei Drittel aller Gesuche. Der Regimewechsel in Syrien führte europaweit zu einem massiven Rückgang syrischer Asylgesuche (von 160'000 auf 45'000), hatte aber kaum Auswirkungen auf die Schweiz. Besonders bemerkenswert ist die Zunahme von Gesuchen aus dem Horn von Afrika um 3'067 auf 6'378 Fälle, da eritreische, somalische und äthiopische Staatsangehörige die Schweiz gezielt als Zielland wählen.

Verfahrensabläufe und Entscheidungsquoten

Das SEM erledigte 2025 erstinstanzlich 31'223 Gesuche (-9,7 %), konzentrierte sich dabei auf die längsten und komplexesten Fälle. Die erstinstanzlichen Pendenzen sanken um 2'434 auf 9'487 Fälle (-20,4 %). Die Asylgewährungsquote betrug 27,1 Prozent (2024: 34,2 %), während die Schutzquote (Asyl + vorläufige Aufnahmen) auf 43,8 Prozent sank (2024: 54,1 %). Im Dublin-Verfahren überstellt die Schweiz deutlich mehr Personen als sie aufnimmt (2:1-Verhältnis); 2025 wurden 2'112 Personen überstellt, während 1'060 aufgenommen wurden.

Ukrainische Schutzsuchende und Resettlement

Der Schutzstatus S für Ukrainer zeigt Stabilisierungstendenzen: 12'897 neue Anträge (2024: 16'616), 8'331 Genehmigungen. Der Bestand stieg auf 71'762 Personen (+3'692). Der Bundesrat verlängerte den Status bis März 2027. Im Resettlement-Programm nahm die Schweiz nach 2,5-jähriger Suspendierung wieder 49 Flüchtlinge (Südsudanesen und Sudanesen aus Ägypten) auf.

Kernaussagen

  • Asylgesuche 2025: 25'781 (-7,1 %), zweiter aufeinanderfolgender Rückgang
  • Erstinstanzliche Pendenzen um 20,4 % reduziert; Normalisierung bis 2026 angestrebt
  • Asylgewährungsquote gesunken auf 27,1 %, Schutzquote auf 43,8 %
  • Eritrea (+63,2 %) und Horn von Afrika zeigen stärkste Zuwächse
  • Dublin-Überstellungen: Schweiz stellt 2:1 mehr Personen über als sie aufnimmt
  • Ukrainischer Schutzstatus S: 71'762 Personen, Status bis März 2027 verlängert

Kritische Fragen

  1. Datenqualität: Wie wird die Unterscheidung zwischen neu eingereisten Asylsuchenden (20'300) und den 5'481 Geburten/Familienzusammenführungen/Mehrfachgesuchen in der öffentlichen Kommunikation transparent gemacht, um Missverständnisse zu vermeiden?

  2. Interessenkonflikte: Inwiefern beeinflussen kantonale Kapazitäten und finanzielle Anreize die Entscheidungsquoten (27,1 % Asylgewährung) zwischen den Kantonen, und wird diese Variation in den Statistiken abgebildet?

  3. Kausalität Eritrea: Der 63-prozentige Anstieg eritreischer Gesuche wird mit dem Horn von Afrika erklärt – welche alternativen Faktoren (Informationskaskaden, Netzwerkeffekte, Sicherheitslage) könnten diesen Trend zusätzlich erklären?

  4. Dublin-Mechanismus: Die Suspendierung italienischer Überstellungen bleibt bestehen, doch die Schweiz erreicht ein 2:1-Überstellungsverhältnis – wie nachhaltig ist diese Bilanz angesichts steigender Migrationsrouten (Libyen–Kreta)?

  5. Umsetzbarkeit Rückkehr: Die Anzahl unkontrollierter Abreisen (10'577 Personen) übersteigt kontrollierte Ausreisen – welche Ressourcen und Mechanismen sind erforderlich, um den Wegweisungsvollzug durch die Kantone zu optimieren?

  6. Prognoserisiken: Das SEM rechnet 2026 mit ~25'000 Asylgesuchen und ~12'000 Schutzgesuchen – wie robust sind diese Szenarien angesichts der Volatilität der Türkei-Lage und der Mittelmeerrouten?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Asylstatistik 2025 – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/iiAHV0k5TFjK

Verifizierungsstatus: ✓ 19.02.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 19.02.2026