Kurzfassung

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) verzeichnete im April 2026 insgesamt 1590 Asylgesuche. Dies entspricht einem Rückgang von 16 Prozent gegenüber April 2025 (–307 Gesuche). In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 lag die Gesamtzahl der Gesuche 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau (6333 vs. 7403). Afghanistan bleibt mit 380 Gesuchen das wichtigste Herkunftsland, gefolgt von Algerien, Eritrea, Türkei und Somalia. Von den 1590 Gesuchen waren 1240 Primärgesuche und 350 Sekundärgesuche.

Personen

  • Staatssekretariat für Migration (SEM) (Schweizer Behörde)

Themen

  • Asylstatistik Schweiz
  • Migration und Asylpolitik
  • Herkunftsländer von Asylsuchenden

Clarus Lead

Die kontinuierliche Abnahme von Asylgesuchen seit Jahresbeginn signalisiert eine stabilisierende Migrationslage in der Schweiz. Mit einem Rückgang von 15 Prozent in den ersten vier Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahr deuten die Daten auf eine Normalisierung nach den Spitzenwerten der Vorjahre hin. Besonders relevant: Die Quote der positiven Entscheide bleibt konstant (knapp ein Fünftel), während sich die Rückführungsquoten (816 kontrollierte Abreisen, davon 493 selbstständig) stabilisieren.

Detaillierte Zusammenfassung

Im April 2026 entschied das SEM erstinstanzlich über 2030 Asylgesuche, von denen 465 positiv entschieden wurden (knapp 23 Prozent). Die Gesuche verteilten sich auf fünf Hauptherkunftsländer: Afghanistan dominiert mit 380 Gesuchen, gefolgt von Algerien (172), Eritrea (158), Türkei (150) und Somalia (87).

Bei der Rückkehrquote zeigt sich ein differenziertes Bild: 816 Personen ohne Aufenthaltsrecht verliessen die Schweiz kontrolliert, davon 493 in Eigeninitiative. Zusätzlich wurden 323 Personen polizeilich in ihren Herkunftsstaat, den zuständigen Dublin-Staat oder einen Drittstaat begleitet. Parallel dazu registrierte das SEM 654 unkontrollierte Abreisen, was auf eine Gruppe von Personen hindeutet, die das Land ohne behördliche Begleitung verliessen.

Die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärgesuchen verdeutlicht die Struktur der Migrationsbewegungen: Während Primärgesuche um 19 Prozent sanken (–298), blieb die Zahl der Sekundärgesuche (Geburten, Familiennachzüge, Mehrfachgesuche) stabil. Dies deutet darauf hin, dass der Rückgang primär auf weniger Neuankünfte zurückzuführen ist, nicht auf veränderte Familienstrukturen oder Mehrfachanträge.

Kernaussagen

  • Asylgesuche im April 2026 um 16 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat
  • Jahresvergleich (Jan–Apr): 15-prozentiger Rückgang gegenüber 2025
  • Afghanistan bleibt mit 380 Gesuchen führendes Herkunftsland
  • 23 Prozent der Erstentscheide wurden positiv bewertet (465 von 2030)
  • 816 kontrollierte Rückführungen im April, davon 493 selbstständig

Kritische Fragen

  1. Evidenz: Welche Faktoren erklären den 16-prozentigen Rückgang gegenüber April 2025? Sind dies saisonale Schwankungen oder strukturelle Veränderungen in Migrationswegen?

  2. Datenqualität: Wie vollständig sind die Zahlen zu unkontrollierten Abreisen (654 im April)? Gibt es Dunkelziffern bei Personen, die das Land unbemerkt verlassen?

  3. Kausalität: Führt die stabile Quote positiver Entscheide (knapp ein Fünftel) darauf zurück, dass nur noch qualifiziertere Anträge eingereicht werden, oder bleibt die Bewertungspraxis konstant?

  4. Umsetzbarkeit: Wie effektiv sind die polizeilichen Rückführungen (323 Personen) im Vergleich zu selbstständigen Abreisen? Welche Kosten entstehen pro Rückführung?

  5. Interessenskonflikte: Inwiefern beeinflussen bilaterale Rückübernahmeabkommen (Dublin-Verfahren) die Statistik und verlagern Lasten auf andere Länder?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Staatssekretariat für Migration (SEM) – Asylstatistik April 2026 https://www.news.admin.ch/de/newnsb/-Qj0rmKkKM0G

Verifizierungsstatus: ✓ 12.05.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 12.05.2026