Kurzfassung
Agroscope führt auf der Protected Site Zürich-Reckenholz einen Feldversuch mit der Kartoffellinie P49 27 durch, die gegen Kraut- und Knollenfäule resistent ist. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die Studie bewilligt. Die Kartoffel wurde mittels moderner Züchtungstechnologien entwickelt und enthält ausschliesslich ein arteigenes Resistenzgen aus der Wildkartoffel Solanum chacoense. Der Versuch ist Teil des Nationalen Forschungsprogramms (NFP) 84 und des internationalen CRISPS-Projekts. Ziel ist die Entwicklung krankheitsresistenterer Kartoffelsorten, die weniger Pflanzenschutzmittel benötigen und Wetterextreme besser vertragen.
Personen
- Agroscope (Schweizer Forschungsanstalt)
Themen
- Cisgen-Kartoffeln
- Kraut- und Knollenfäule
- CRISPR-Züchtungstechnologie
- Pflanzenschutz
- Klimaresilienz in der Landwirtschaft
Clarus Lead
Die Schweizer Landwirtschaft steht unter Druck: In den letzten zehn Jahren gaben rund 1000 Betriebe den Kartoffelanbau auf. Krankheiten, Schädlinge und extreme Wetterereignisse erschweren die Produktion, während der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zunehmend reguliert wird. Agroscopes Feldversuch mit cisgenen Kartoffelsorten adressiert diese Herausforderung durch präzise Züchtung natürlicher Resistenzen – eine Alternative zu klassischen Methoden, die 20+ Jahre dauern und mit schnellen Umweltveränderungen nicht Schritt halten.
Detaillierte Zusammenfassung
Die getestete Kartoffellinie P49 27 wurde an der Universität Wageningen entwickelt und enthält das Resistenzgen Rpi-chc1 aus der Wildkartoffel Solanum chacoense. Dieses Gen ermöglicht eine natürliche Abwehr gegen den Pilz der Kraut- und Knollenfäule, der weltweit bedeutendsten Kartoffelkrankheit. Da nur arteigene Gene eingefügt wurden, wird die Sorte als «cisgen» klassifiziert – ein wichtiger rechtlicher und wissenschaftlicher Unterschied zur transgenen Züchtung.
Der Feldversuch ist in das internationale CRISPS-Projekt eingebettet, an dem Forschungspartner aus den Niederlanden und Schweden mitwirken. Agroscope arbeitet an zwei für die Schweiz wirtschaftlich wichtigen Kartoffelsorten – Innovator und Erika – sowie der Sorte Désirée als Forschungsstandard. In diesen Sorten sollen in den kommenden Jahren Resistenzgene repariert oder Anfälligkeitsgene durch Genschere CRISPR-Cas gezielt ausgeschaltet werden. Klassische Züchtungsmethoden stossen hier an ihre Grenzen: Sie erfordern oft über 20 Jahre Entwicklungszeit und können mit neu auftretenden Krankheitserregern oder rasanten Klimaveränderungen nicht mithalten. Neue Verfahren ermöglichen es, natürliche Eigenschaften in wenigen Jahren präzis zu züchten – ohne artfremde Gene zu verwenden.
Kernaussagen
- Agroscope testet cisgen Kartoffeln mit natürlicher Resistenz gegen die weltweit bedeutendste Kartoffelkrankheit
- Moderne Züchtungstechnologien verkürzen die Entwicklungszeit von 20+ Jahren auf wenige Jahre
- Ziel ist die Steigerung der Anbauresilientz und Reduktion von Pflanzenschutzmitteleinsatz angesichts von Klimawandel und Krankheitsdruck
Kritische Fragen
Evidenz: Welche Zeiträume sind für die Feldversuche geplant, und welche messbaren Erfolgskriterien definieren eine gelungene Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule unter Schweizer Klimabedingungen?
Quellenvalidität: Wie wird die Langzeitstabilität des eingefügten Resistenzgens Rpi-chc1 überprüft, und gibt es historische Daten zu Resistenzabbau bei diesem Gen in anderen Ländern?
Interessenkonflikte: Welche kommerziellen Akteure (Saatguthersteller, Agrarchemie) sind in das CRISPS-Projekt involviert, und wie wird ihre Unabhängigkeit bei der Dateninterpretation gesichert?
Kausalität: Inwieweit ist der Rückgang von 1000 Kartoffelbetrieben in zehn Jahren primär auf Krankheiten und Wetterereignisse zurückzuführen, und welche anderen wirtschaftlichen Faktoren spielen eine Rolle?
Umsetzbarkeit: Welche regulatorischen Hürden müssen cisgen Kartoffeln nach erfolgreicher Felderprobung passieren, um in die kommerzielle Produktion zu gelangen?
Nebenwirkungen: Wie wird die ökologische Auswirkung der Freisetzung cisgener Kartoffeln auf wildwachsende Kartoffelarten oder benachbarte Kulturen bewertet und überwacht?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Agroscope testet Kartoffeln mit Resistenzgen gegen Kraut- und Knollenfäule – news.admin.ch, 05.05.2026
Ergänzende Quellen:
- BAFU bewilligt Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Kartoffeln – bafu.admin.ch
- Protected Site Zürich-Reckenholz – Standort für Feldversuche – agroscope.admin.ch
Verifizierungsstatus: ✓ 05.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 05.05.2026