Kurzfassung

Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, muss sein ordentliches Budget bis Ende 2029 um rund 10 Millionen Franken reduzieren. Dies führt zu einem strukturellen Defizit, das durch thematische Fokussierung und den Abbau von 58 Vollzeitstellen (43 davon durch Kündigungen) bewältigt werden soll. Ab 2027 konzentriert sich die Institution auf ihre Kernaufgaben: Primärproduktion, Umweltwirkungen und Politikberatung. Mehrere Forschungsbereiche wie gesunde Ernährung, alternative Kulturen und Vertical Farming werden eingestellt oder reduziert.

Personen

  • Bundesrat (Entscheidungsträger; kollektiv)

Themen

  • Bundesbudget und Sparmassnahmen
  • Landwirtschaftliche Forschung
  • Organisatorischer Umbau
  • Arbeitsplatzabbau

Clarus Lead

Die Sparvorgaben des Bundes zwingen Agroscope zu einer grundlegenden Neuausrichtung ihrer Forschungsagenda. Für die Schweizer Landwirtschaft bedeutet dies einen Rückzug aus zukunftsorientierten Feldern wie Vertical Farming und neuen Lebensmittelproduktionen – ausgerechnet in einer Phase, in der Innovationen zur Ernährungssicherheit dringlicher werden. Die Fokussierung auf Primärproduktion und Umweltwirkungen signalisiert eine Prioritätensetzung zugunsten konventioneller Landwirtschaft, während alternative Produktionssysteme an Bedeutung verlieren.

Detaillierte Zusammenfassung

Das Sparpaket ist Folge mehrjähriger Budgetkürzungen durch Parlament und Bundesrat. Das ordentliche Jahresbudget wird schrittweise von 2023 bis Ende 2029 um rund 10 Millionen Franken reduziert. Bisherige Entlastungsmassnahmen reichten nicht aus, weshalb strukturelle Änderungen unumgänglich wurden.

Die thematische Fokussierung ab 2027 konzentriert Agroscope auf vier Kernbereiche: Forschung zur Primärproduktion, Umweltwirkungen der Landwirtschaft, gesetzliche Vollzugsaufgaben und Politikberatung. Parallel dazu wird die Sicherung genetischer Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) fortgesetzt. Forschungsgebiete wie gesunde Ernährung, neue Lebensmittelprodukte, alternative Nischenkulturen, Gewürz- und Medizinalpflanzen sowie Vertical Farming entfallen vollständig. In weiteren Bereichen erfolgen teilweise Reduktionen.

Der Stellenabbau von 58 Vollzeitstellen soll primär über natürliche Fluktuationen, Vakanzen und befristete Verträge erfolgen. Dennoch sind 43 Mitarbeitende von direkten Kündigungen betroffen, die gemäss Bundessozialpplan umgesetzt werden. Parallel zur thematischen Fokussierung werden organisatorische und infrastrukturelle Optimierungen sowie Synergien mit anderen Forschungsinstitutionen geprüft. Die Standortstrategie mit Campus Posieux (FR), Forschungszentren Changins (VD) und Reckenholz (ZH) sowie dezentralen Versuchsstationen bleibt bestehen.

Kernaussagen

  • Agroscope muss Jahresbudget bis 2029 um 10 Millionen Franken reduzieren
  • 58 Vollzeitstellen werden abgebaut, 43 durch Kündigungen
  • Forschungsschwerpunkt verschiebt sich zu Primärproduktion und Umweltwirkungen
  • Zukunftsorientierte Felder (Vertical Farming, neue Lebensmittel) werden eingestellt

Kritische Fragen

  1. Evidenz: Welche Datengrundlagen zeigen, dass die gewählten Forschungsschwerpunkte (Primärproduktion, Umweltwirkungen) langfristig wettbewerbsfähig bleiben, während Bereiche wie Vertical Farming und alternative Lebensmittel eingestellt werden?

  2. Interessenskonflikte: Inwiefern beeinflussen die Prioritäten des Bundesrats für „standortangepasste Landwirtschaft" die Forschungsausrichtung, und werden innovative Ansätze dadurch systematisch benachteiligt?

  3. Kausalität: Sind die Budgetkürzungen unvermeidbar, oder gab es Alternativen wie Umschichtungen aus anderen Bundesmitteln oder Partnerschaften mit privaten Forschungseinrichtungen?

  4. Umsetzbarkeit: Wie wird sichergestellt, dass der Stellenabbau von 43 Personen sozialverträglich erfolgt, und welche Qualifikationsverluste entstehen durch den Verlust dieser Fachkräfte?

  5. Nebenwirkungen: Welche Forschungslücken entstehen durch die Einstellung von Vertical-Farming- und Ernährungsinnovationsforschung, und wer füllt diese Lücken?

  6. Externe Validierung: Wurden externe Experten zu den Auswirkungen dieser Fokussierung auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft konsultiert?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Bundesrat – Mitteilung zur Agroscope-Sparstrategie (16.06.2026) – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/z9I9uqPNLh8jkj_i9fwzk

Verifizierungsstatus: ✓ 16.06.2026

Weitere Sprachen: Französisch | Englisch


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 16.06.2026