Kurzfassung

Das Aargauer Kantonsparlament beschloss 2024 den Bau von zwei neuen Kantonsschulen in Lenzburg und Windisch – mit Platz für bis zu 88 zusätzliche Klassen. Doch neue Bundeszahlen zeigen: Die Schülerzahlen sinken schweizweit, im Aargau um 1–2 % bis 2034. Die Regierung überprüft nun, ob die teuren Neubauten überhaupt notwendig sind. Mehrere Parteien fordern eine Neubewertung vor dem Weiterbau.

Personen

Themen

  • Bildungsplanung & Demografie
  • Schülerzahlprognosen
  • Infrastruktur-Investitionen
  • Parlamentarischer Vorstoss

Clarus Lead

Der Aargau steht vor einem bildungspolitischen Dilemma: Das Kantonsparlament genehmigte 2024 zwei neue Kantonsschulen basierend auf prognostizierten Schülerzuwächsen. Der Bund veröffentlichte jedoch im Herbst 2025 korrigierte Zahlen, die zeigen, dass die Schweiz mit sinkenden Geburtenraten rechnen muss. Im Aargau wird ein Rückgang von 1–2 % in der Primarschule bis 2034 erwartet – ein dramatischer Unterschied zu früheren Prognosen. Michael Umbricht, Generalsekretär des Bildungsdepartements, bestätigt: Die Tendenz der neuen Zahlen zeige, dass später oder weniger Abteilungen notwendig sein könnten. Parteien von links bis rechts arbeiten bereits an einem Vorstoss, um die Regierung zur Neukalkulation zu verpflichten.

Detaillierte Zusammenfassung

Die aktuelle Situation offenbart ein klassisches Planungsrisiko im öffentlichen Sektor. 2024 beschloss das Aargauer Kantonsparlament die zwei Neubauten mit insgesamt bis zu 88 zusätzlichen Klassenzimmern für knapp 2000 Schülerinnen und Schüler – basierend auf damaligen Bundesprognosen. Diese gingen von Wachstum aus. Jetzt zeigen neue Bundeszahlen von Herbst 2025 ein gegenteiliges Bild: Schweizweit sinken die Schülerzahlen teils um bis zu 10 %, im Aargau moderater um 1–2 %.

Das Paradoxe: Bei der Primarschule droht eine Überkapazität, während die Kantonsschulen (Gymnasien) laut aktuellen Prognosen bis 2050 um fast ein Drittel wachsen sollen – doch diese Projektion basiert auf den bereits überholten Zahlen. Die Aargauer Kantonsschulen sind derzeit voll bis übervoll, zusätzliche Räume sind dringend nötig. Unklar ist aber, ob zwei ganze Neubauten das richtige Instrument sind, oder ob Sanierungen und Ausbauten bestehender Schulen ausreichen würden.

Colette Basler, SP-Grossrätin und Präsidentin des Verbandes Bildung Aargau, fasst den Unmut zusammen: „Jetzt kommen bald die ersten kleinen Jahrgänge. Man fragt sich, ob es den Ausbau in diesem Umfang wirklich braucht." Ein interfraktioneller Vorstoss soll die Regierung zwingen, die neuen Zahlen gründlich durchzurechnen und eine fundierte Empfehlung abzugeben.

Kernaussagen

  • Schülerzahlen sinken: Der Bund korrigierte Prognosen nach unten; Aargau erwartet bis 2034 ein Minus von 1–2 % in der Volksschule.
  • Investitionsrisiko: Zwei geplante Kantonsschulen mit bis zu 88 zusätzlichen Klassen wurden 2024 auf Basis älterer Zahlen bewilligt.
  • Parlamentarischer Widerstand: Parteien überparteilich fordern eine Neubewertung vor Baubeginn.

Kritische Fragen

  1. Datenqualität: Wie zuverlässig sind die neuen Bundesprognosen bis 2050, und welche Fehlermargen berücksichtigen sie? Basieren sie auf aktuellen Migrationstrends?

  2. Interessenskonflikte: Welche Akteuren (Bauplaner, Architekten, Gemeinden) profitieren wirtschaftlich von den Neubauten, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf?

  3. Alternative Szenarien: Wurden Sanierungen und Erweiterungen bestehender Schulen als weniger teure Varianten ernsthaft durchgerechnet, oder war Neubau das bevorzugte Szenario?

  4. Umsetzungsrisiken: Falls die Neubauten gebaut werden und die Schülerzahlen weiter sinken – wer trägt die Kosten für ungenutzter Infrastruktur (Unterhalts-, Betriebskosten)?

  5. Zeitrahmen: Warum wurde der Baubeschluss 2024 gefasst, ohne auf die angekündigten Bundeszahlen (Herbst 2025) zu warten?

  6. Regionale Unterschiede: Der Aargau erwartet nur 1–2 % Rückgang, andere Kantone bis 10 %. Sind die Aargauer Prognosen robust gegenüber Wanderungsbewegungen zwischen Kantonen?


Weitere Meldungen

  • Kulturhaus Tomasini (Lenzburg): Der Stadtrat will das Haus sanieren und gründet dazu eine Stiftung. Geplante Investition: 3 Millionen Franken (Stadt) + 0,5 Millionen (zinsloses Darlehen) + 1,5 Millionen (Swissloos-Fonds). Abstimmung im März.

  • Olympische Winterspiele (Italien): Aargauer Monobob-Pilotin Melanie Hasler belegt Platz 5 – drittes olympisches Diplom. Zweierbob folgt am nächsten Tag.

  • Curling-Frauen (Olympia): Der Girling-Club Aarau gewinnt 10:6 gegen Grossbritannien, liegt auf Platz 2 der Vorrunde. Heute Spiel gegen Südkorea.


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Regionaljournal Aargau-Solothurn (SRF) – 17.02.2026 Audiobeitrag

Verifizierungsstatus: ✓ 17.02.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 17.02.2026