Digitale Souveränität: Wenn der Bundesrat schneller wäre als seine PDFs...
(Ein bissig-kritischer Kommentar basierend auf dem HTML-Artikel und dem offiziellen Bundesratsbericht.) von [email protected]
Einleitung
Der Bundesrat hat am 26. November 2025 endlich seinen Bericht zur
Digitalen Souveränität veröffentlicht -- ein Dokument, das so lange
gereift ist wie ein Walliser Raclette, aber leider nicht ganz so
geschmackvoll geraten ist.
Wer jetzt denkt: «Wurde ja auch Zeit!» -- Ja, wurde es. Schon das
Postulat von 2022 sprach von dringend, rasch und wichtig. Drei
Wörter, die offenbar im Bundeshaus anders übersetzt werden: gemütlich,
später, wir prüfen das noch.
Quelle: siehe Bericht des Bundesrates fileciteturn0file1 und HTML-Beitrag von Clarus.News fileciteturn0file0.
Widersprüche im Bericht -- oder: Digitale Souveränität à la Schweizer Kompromiss
Der Bericht definiert digitale Souveränität als staatliche Fähigkeit, im
digitalen Raum kontroll- und handlungsfähig zu bleiben.
Soweit so gut. Doch während der Text ständig auf Eigenständigkeit
verweist, findet man kaum konkrete Massnahmen, die diesen Anspruch
wirklich einlösen. Besonders auffällig:
Eine Arbeitsgruppe soll nun weiter prüfen, was geprüft wurde.
(Klingt nach: «Wir brauchen ein Meeting über das letzte Meeting.»)Zeitpläne fehlen fast vollständig, obwohl das Postulat ausdrücklich einen verlangte.
Die Passage ist im PDF höflich umschifft -- vermutlich, damit niemand merkt, dass nichts schneller wurde.Kosten? Welche Kosten?
Der Bericht erwähnt sie nicht. Keine Budgetzahlen, keine Prognosen, kein Preisrahmen.
Digitale Souveränität ist offenbar wie Schweizer Schneefall: Einfach mal überraschen lassen!
Was darf Souveränität kosten?
Offiziell: keine Angaben.
Inoffiziell: Alles, was wir uns nicht leisten wollen.
Wer digitale Unabhängigkeit fordert, muss auch sagen, was sie wert ist.
Eine eigene Infrastruktur, Open-Source-Strategien, sichere Datenräume --
das gibt es nicht zum Nulltarif.
Doch der Bericht zieht es vor, finanzielle Fragen zu ignorieren wie ein
Teenager seine ungelesenen WhatsApp-Nachrichten.
Tempo, bitte! -- Die Schweiz hat kein WLAN im Schneckentempo verdient
Im HTML-Artikel fällt auf, wie viel Zukunftsvision formuliert wird -- Kurzfristig, Mittelfristig, Langfristig --, aber kaum hohle Versprechen so elegant verpackt werden können wie hier:
«Langfristig (10--20 Jahre): Strukturelle Verschiebung hin zu hybriden Technologie-Ökosystemen...»
10--20 Jahre?
In Technologiesprüngen gerechnet sind das drei Zeitalter und fünf neue
Smartphone-Ports.
Wenn wir so weiter planen, laufen wir 2045 immer noch mit USB‑C herum
und fragen uns, warum Europa uns voraus ist.
Humorvolle Einordnung -- frei nach deinem Prompt
Die Schweiz will souverän sein, aber ohne Stress.
Wir wollen digitale Unabhängigkeit, aber bitte erst nach der
Kaffeepause.
Wir wollen internationale Kooperation -- solange sie uns nicht zu
schnell wird.
Dazwischen steht die neue Arbeitsgruppe, die klingt wie:
«IDAG -- Interdepartementale Arbeitsgruppe fürs Grundsätzliche.»
Ein Gremium, das uns bestimmt bald sagt, dass man weiterhin alles
prüft, aber nichts ausschliesst, aber auch nichts priorisiert,
weil alles wichtig ist.
Bravo.
Link zum Originalartikel
Mehr Kontext gibt es hier -- und ja, unbedingt lesen:
https://clarus.news/de/Post/bundesrat-verabschiedet-bericht-zur-digitalen-souveraenitaet-der-schweiz-20251126
Fazit
Der Bericht ist wichtig.
Der Bericht ist nötig.
Aber der Bericht ist vor allem eines: zu spät, zu unkonkret und zu
unmutig.
Digitale Souveränität sollte keine poetische Zukunftsvision sein, sondern eine strategische Realität, die heute beginnt -- nicht erst, nachdem die Arbeitsgruppe ihren dritten Workshop abgehalten hat.